Tribal Spirit - Was unser Gym Rudel von anderen Workout Communities unterscheidet

Dieser Beitrag versucht zu definieren, was Tribes von anderen – heute vielleicht gängigeren – Formen menschlicher Gemeinschaft unterscheidet. Und: Warum wir #grexerciser davon überzeugt sind, dass Menschen genau so ein soziales Gefüge, sprich ein Rudel, brauchen, um beim Training wie auch im echten Leben über sich hinauszuwachsen.

Tribe vs. Community

Tribe Vibe im Grex Gym: Samstags früh beim “Muscle Hustle”. Aus den Lautsprechern donnert Mobys legendärer Song Flower. Green Sally up. Green Sally down. Last one squat gotta tear the ground. 

Nicht von ungefähr! Das 3.29 Minuten lange Electronic-Sample hat alles, was ein genialer Workout Track braucht: Einen mitreißenden Beat und einen Liedtext, der buchstäblich in die Knochen geht. 

Er erzählt von Blut, Schweiß und Tränen„Old Miss Lucy dead and gone. Left me here to weep and moan.“ – vom harten Leben der Sklaven auf den Baumwollfeldern der US-Südstaaten. Und wie sie tägliche körperliche Torturen bewältigen. „Green Sally up. Green Sally down. Last one squat got a tear in the ground.“

Als Gemeinschaft. Einer für alle, alle für Einen! Herausforderungen im Rudel bezwingen. Das erzeugt eine besondere Energie, der man sich nicht so leicht entziehen kann. Und die man auch in unserem Gym spüren kann. Dieses High-Gefühl des Zusammenhalts in der Gruppe.

Dass wir uns aus freien Stücken mit schweren Sandbags beladen ausgerechnet zum Rhythmus eines alten Sklaven-Klatschreims abrackern, ist eine Ironie des Schicksals.

Sagt aber trotzdem viel darüber aus, wie Menschen ticken! 

Auch dass in den meisten Fitness Boxen, wo der Track ebenfalls seit Jahren rauf und runter gespielt wird, kein Mensch eine Ahnung hat, woher der Song eigentlich kommt und der Text eben NICHT “Bring Sally up, bring Sally down!” lautet, ist mehr als aufschlussreich was unsere Spezies betrifft.

Wer das nicht glaubt, der überzeuge sich am besten mit einer kurzen Recherche auf YouTube. Ignorance is bliss.

Der Mensch – ein Rudeltier

Wir brauchen ein Rudel, das uns ein Gefühl von Zugehörigkeit und Vertrautheit gibt. Tribes sind ein menschliches Grundbedürfnis. Als soziale Wesen brauchen wir dieses miteinander.

Der französische Soziologe Michel Maffesoli sagte in seinem einflussreichen Buch The Time of the Tribes. The Decline of Individualism in Mass Society, bereits Ende der 80er Jahre voraus, dass Menschen angesichts des zunehmenden Bedeutungsverlustes von Kultur, Staat und Religion bei den organisatorischen Prinzipien der fernen Vergangenheit nach Orientierung suchen würden, den Stammesgesellschaften. Die Postmoderne als Ära eines Neo-Tribalismus

Wobei die Neo-Tribes nicht eins zu eins gleichzusetzen sind mit dem alten anthropologischen Stammesbegriff, obwohl es einige Analogien zwischen dein beiden gibt.

Alte und neue Stämme sind, vor allem, empathische Gemeinschaften, deren Mitglieder nicht durch einen Vertrag oder dergleichen zustande kommen, sondern durch emotionale Verbindungen und interne Solidarität.

„Caring is the key emotion at the center of the tribe. Tribe members care what happens, to their goals and to one another.“

Marketing-Guru Seth Godin

Was ist nun der Unterschied zwischen Tribe und Community?

Wenn sich heute jemand einer Community zugehörig fühlt, dann ist damit fast immer eine Brand Community gemeint. Also eine Form der Vergemeinschaftung, die sich auf irgendeine Art des Konsums oder eine x-beliebige Marke stützt. Falls du mehr darüber wissen willst, kannst du in diesem Artikel von Albert M. Muniz & Thomas O’Quinn nachlesen.

Die CrossFit Community ist ein ganz klassisches Beispiel für eine Brand Community.

In den meisten Boxen – und glaub uns, wir haben uns viele, davon auch echte Ikonen wie Invictus in San Diego angeschaut – geht es nicht um die Beziehung der Mitglieder und Trainer untereinander, sondern rein um ihre Beziehung zur Brand

CrossFit hat sich von einer Open Source Methode zu einem „Nur wir wissen wie Training funktioniert und lassen keine andere Meinung gelten“Markenmonstrum entwickelt.

Das führt dazu, dass nur wenig Raum ist für ehrlichen sozialen Austausch. Etwaige Probleme beim Training werden totgeschwiegen. Am Bild der Marke darf nicht gerüttelt werden. Um Teil so einer Community werden zu können, geben die Leute ein Stück ihrer eigenen Identität auf.

Aber eigentlich muss es genau umgekehrt sein!

Du musst Teil eines Rudels werden, in dem du dich sicher und verstanden fühlst. Dort kannst du dann beginnen an dir zu arbeiten. Weil du von deinen Trainings-Buddies eben auch Sachen gesagt bekommst, die du verbessern solltest und dir nicht immer nur Honig ums Maul geschmiert wird. Das ist der einzige Weg wie wir Menschen uns weiterentwickeln. Körperlich ebenso wie geistig. 

Jeder weiß, dass es vor allem die harten Zeiten sind, die eine Gruppe zusammenschweißt. 

Deshalb Trainieren wir hart, sind aber im Umgang miteinander herzlich! Glaub uns, das ist nicht minder wirkungsvoll! 😉

Was sind zusammengefasst die drei wesentlichen Säulen, auf die moderne Tribes aufbauen?

  1. Tribe-Initiatoren (nenn sie von mir aus Leader), müssen den Mut haben etwas nachhaltig zu verändern. Sie müssen den Status Quo in einem bestimmten Bereich in Frage stellen und versuchen Dinge zum Besseren zu verändern. In unserem Fall: Kraft- und Ausdauertraining für jeden, egal welches Alter, egal welches Trainingslevel.
  2. Rudel-Mitglieder sollen die Möglichkeit haben, soziale Verbindungen aufzubauen, sich auszutauschen, Dinge auszuprobieren und dabei auch Fehler machen zu dürfen. Eine echte Kultur des Miteinanders und Dialogs!
  3. Tribe-Leader müssen die Bereitschaft haben Vorbilder zu sein. Für uns Coaches bedeutet das: Wir trainieren so schonungslos, wie wir unsere Mitglieder gerne trainieren sehen möchten. „Put your money, where your mouth is“ lautet die Devise!

Der Tribe-Anspruch ist der Grund, warum wir uns von großen Markennamen à la CrossFit verabschiedet haben. Wir sind ein Rudel. Wir wachsen und lernen gemeinsam. Erkennen Probleme und suchen nach Lösungen. Punkt 

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